Die Miete ist geklärt, aber wer zahlt wie viel für Strom, Internet und Putzmittel? Und was passiert, wenn die Nebenkostenabrechnung eine Nachzahlung bringt? Beim Aufteilen der WG-Nebenkosten gilt eine einfache Faustregel: Was Menschen verbrauchen, teilt ihr pro Kopf. Was an der Fläche hängt, teilt ihr nach Quadratmetern.
Hier findest du alle typischen Nebenkosten einer WG mit der üblichen Aufteilung, ein durchgerechnetes Beispiel und Antworten auf die häufigsten Streitfragen.
Das Wichtigste in Kürze
- Pro Kopf: Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Streaming und WG-Kasse – sie hängen von den Personen ab, nicht von der Zimmergröße.
- Nach Quadratmetern: Heizung und Betriebskosten. Sie stecken meist schon in der Warmmiete und laufen über euer Mietmodell.
- Nachzahlungen aus der Nebenkostenabrechnung teilt ihr genauso wie die Warmmiete – bei Ein- oder Auszug anteilig nach Monaten.
- Den Rundfunkbeitrag zahlt nur eine Person pro Wohnung. Die anderen beteiligen sich intern.
Übersicht: Welche Nebenkosten gibt es in der WG?
Nicht jede WG hat alle Posten. Die Tabelle zeigt, wie die meisten WGs die einzelnen Kosten aufteilen und warum.
| Posten | Übliche Aufteilung | Warum? |
|---|---|---|
| Heizung | nach m² (über die Warmmiete) | Größere Zimmer brauchen mehr Wärme |
| Betriebskosten (Wasser, Müll, Hausmeister …) | nach m² (über die Warmmiete) | Werden vom Vermieter meist nach Fläche abgerechnet |
| Strom | pro Kopf | Hängt vom Verhalten der Personen ab, nicht vom Zimmer |
| Internet | pro Kopf | Alle nutzen es gleichermaßen |
| Rundfunkbeitrag | pro Kopf | Ein Beitrag pro Wohnung, egal wie viele dort wohnen |
| Streaming-Abos | pro Kopf (nur wer mitnutzt) | Freiwillig – wer nicht mitschaut, zahlt nicht mit |
| WG-Kasse | pro Kopf | Putzmittel, Toilettenpapier und Co. braucht jede Person |
Heizung und Betriebskosten in der WG: meist schon in der Warmmiete
Heizung, Wasser, Müllabfuhr, Hausreinigung oder Grundsteuer zahlt ihr in der Regel als monatliche Vorauszahlung an den Vermieter. Sie sind damit Teil der Warmmiete und werden automatisch so aufgeteilt wie eure Miete – zum Beispiel nach Zimmergröße plus Gemeinschaftsfläche. Ihr müsst sie also nicht extra verrechnen.
Habt ihr in jedem Zimmer eigene Heizkostenzähler, könnt ihr die Heizkosten bei der Jahresabrechnung auch nach tatsächlichem Verbrauch verteilen. Das ist am genauesten, aber auch am aufwendigsten.
Wie ihr die Warmmiete selbst fair aufteilt, rechnet euch der WG-Rechner in drei Modellen vor.
Strom, Internet und Streaming in der WG aufteilen: pro Kopf
Diese Kosten entstehen durch die Menschen in der Wohnung, nicht durch die Quadratmeter. Wer ein großes Zimmer hat, kocht nicht mehr und surft nicht schneller. Deshalb teilt ihr sie in den allermeisten WGs gleichmäßig pro Kopf.
Ausnahmen, über die ihr reden solltet:
- Jemand arbeitet dauerhaft im Homeoffice, hat einen Gaming-PC oder heizt mit einem Heizlüfter: Dann ist ein kleiner Aufschlag beim Strom fair.
- Jemand ist die Hälfte des Monats bei der Partnerin oder auf Montage: Manche WGs reduzieren dann den Stromanteil.
- Streaming: Nur wer mitschaut, zahlt mit. Wer kein Netflix braucht, muss es nicht mitfinanzieren.
Wichtig ist, dass ihr Ausnahmen vorher besprecht – nicht erst, wenn die Stromrechnung kommt.
Rundfunkbeitrag in der WG
Der Rundfunkbeitrag wird einmal pro Wohnung fällig, egal wie viele Menschen dort wohnen. Derzeit sind das 18,36 € im Monat. Eine Person meldet sich an und zahlt, die anderen geben ihren Anteil intern dazu – bei drei Personen also je 6,12 €.
Achtung bei Befreiungen: Eine Befreiung, zum Beispiel wegen BAföG, gilt nur für die befreite Person selbst. Wohnen in der WG auch Menschen ohne Befreiung, muss eine von ihnen den Beitrag für die Wohnung zahlen.
WG-Kasse: Putzmittel, Toilettenpapier und Co.
Für alles, was die ganze WG verbraucht, hat sich eine gemeinsame Kasse bewährt: Spülmittel, Müllbeutel, Toilettenpapier, Glühbirnen, vielleicht Gewürze und Kaffee. Jede Person zahlt monatlich einen festen Betrag ein, zum Beispiel 10 €. Das ist einfacher, als jeden Einkauf einzeln auszurechnen.
Tipp: Plant in der Kasse einen kleinen Puffer für Nachzahlungen ein. Dann trifft euch die nächste Nebenkostenabrechnung nicht unvorbereitet.
Beispiel: Nebenkosten in einer 3er-WG
Jonas, Mia und Elif wohnen in einer 80-m²-Wohnung. Jonas hat 20 m², Mia 14 m² und Elif 12 m². Heizung und Betriebskosten stecken in der Warmmiete. Zusätzlich fallen jeden Monat an: Strom 90 €, Internet 45 € und WG-Kasse 30 €.
Variante 1: Alles pro Kopf
| Posten | Gesamt | Jonas | Mia | Elif |
|---|---|---|---|---|
| Strom | 90,00 € | 30,00 € | 30,00 € | 30,00 € |
| Internet | 45,00 € | 15,00 € | 15,00 € | 15,00 € |
| WG-Kasse | 30,00 € | 10,00 € | 10,00 € | 10,00 € |
| Summe | 165,00 € | 55,00 € | 55,00 € | 55,00 € |
Variante 2: Strom nach Zimmergröße
Manche WGs teilen den Strom nach Zimmergröße, weil im großen Zimmer mehr Geräte stehen. Dann zahlt Jonas 39,13 €, Mia 27,39 € und Elif 23,48 € für den Strom. Zusammen mit Internet und WG-Kasse ergibt das 64,13 €, 52,39 € und 48,48 €.
Beide Varianten sind in Ordnung. Entscheidend ist, dass alle zustimmen. Im WG-Rechner legt ihr für jeden Posten einzeln fest, ob er pro Kopf oder nach m² geteilt wird, und seht sofort, was jede Person insgesamt zahlt.
Nachzahlung aus der Nebenkostenabrechnung fair verteilen
Einmal im Jahr rechnet der Vermieter die Vorauszahlungen ab. Kommt eine Nachzahlung, teilt ihr sie am fairsten genauso wie die Warmmiete, denn die Vorauszahlungen waren ja auch Teil davon.
Beispiel: Die WG muss 240 € nachzahlen. Nach dem Modell „Zimmergröße plus Gemeinschaftsfläche“ trägt Jonas 39,2 % der Miete, Mia 31,7 % und Elif 29,2 %. Also zahlt Jonas 94 €, Mia 76 € und Elif 70 €. Ein Guthaben verteilt ihr nach demselben Schlüssel zurück.
Bei Ein- oder Auszug während des Abrechnungsjahres zählt die Wohndauer: Wer nur sechs Monate da war, trägt die Hälfte seines Anteils. Haltet beim Auszug schriftlich fest, wie mit der nächsten Abrechnung umgegangen wird – das erspart später Streit.
Wer gegenüber dem Vermieter haftet, hängt davon ab, wer im Mietvertrag steht. Bei Fragen dazu hilft ein Mieterverein weiter.
WG-Nebenkosten mit dem Rechner aufteilen
Im kostenlosen WG-Rechner tragt ihr Warmmiete, Zimmergrößen und alle Nebenkosten ein. Für jeden Posten wählt ihr „pro Kopf“ oder „nach m²“. Ihr seht sofort, was jede Person im Monat zahlt, und könnt das Ergebnis per Link in eure WG-Gruppe schicken. Ohne Anmeldung, ohne Cookies – eure Daten bleiben in eurem Browser.
Häufige Fragen zu WG-Nebenkosten
Als Faustregel gilt: Verbrauchskosten wie Strom, Internet, Rundfunkbeitrag und WG-Kasse werden pro Kopf geteilt. Heizung und Betriebskosten stecken meist in der Warmmiete und werden über das Mietmodell verteilt, oft nach Zimmergröße plus Gemeinschaftsfläche.
Meist pro Kopf, weil der Verbrauch von den Personen abhängt und nicht von der Zimmergröße. Wer deutlich mehr verbraucht, etwa durch Homeoffice oder einen Heizlüfter, kann freiwillig einen Aufschlag zahlen. Manche WGs teilen Strom auch nach Zimmergröße. Wichtig ist, dass alle zustimmen.
Der Rundfunkbeitrag wird nur einmal pro Wohnung fällig. Eine Person meldet sich an und zahlt, die anderen beteiligen sich intern zu gleichen Teilen. Eine Befreiung, etwa wegen BAföG, gilt nur für die befreite Person selbst.
Am fairsten nach demselben Schlüssel wie die Warmmiete, denn die Vorauszahlungen waren Teil der Miete. Wer nur einen Teil des Jahres in der WG gewohnt hat, zahlt anteilig nach Monaten. Ein Guthaben wird genauso zurückverteilt.
Die Abrechnung kommt oft erst Monate später. Wer ausgezogen ist, trägt den Anteil für die Monate, in denen er dort gewohnt hat. Haltet beim Auszug schriftlich fest, wie Nachzahlung oder Guthaben verrechnet werden und wie ihr die ausgezogene Person erreicht.
Alles, was die ganze WG gemeinsam verbraucht: Putz- und Spülmittel, Müllbeutel, Toilettenpapier, Glühbirnen und je nach Absprache auch Grundnahrungsmittel wie Salz, Öl oder Kaffee. Jede Person zahlt monatlich einen festen Betrag ein.
Das hängt stark von Wohnung, Region, Heizungsart und Verbrauch ab. Einen Anhaltspunkt für die Betriebskosten liefert der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds. Für eure eigene WG rechnet ihr am besten mit euren echten Beträgen im WG-Rechner.
Hinweis: Die Beispiele dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Bei Fragen zu Mietvertrag, Untermiete oder Nebenkostenabrechnung hilft ein Mieterverein. Mehr zu den Formeln: So rechnen wir.
