Miete nach Einkommen aufteilen: So zahlt jeder seinen fairen Anteil

Ihr zieht zusammen, aber einer von euch verdient deutlich mehr? Dann fühlt sich eine Miete von 50:50 schnell ungerecht an. Die Lösung ist einfach: Jede Person zahlt den Anteil der Miete, der ihrem Anteil am gemeinsamen Netto-Einkommen entspricht. Bei 2.800 € und 1.700 € netto sind das 62,2 % und 37,8 % – bei 1.200 € Warmmiete also 746,67 € und 453,33 €.

Hier erfährst du, wie die Rechnung funktioniert, wann sie fair ist und was ihr bei Nebenkosten, Strom und Gemeinschaftskonto beachten solltet.

Die Formel in einem Satz

Mietanteil = Warmmiete × (eigenes Netto ÷ gemeinsames Netto)

Ihr addiert also zuerst eure Netto-Einkommen. Dann teilt jede Person ihr eigenes Netto durch diese Summe. Das Ergebnis ist ihr Anteil in Prozent. Mit diesem Prozentsatz multipliziert ihr die Miete. So zahlen am Ende beide denselben Anteil ihres Einkommens für die Wohnung.

Beispiel: 1.200 € Warmmiete bei 2.800 € und 1.700 € netto

Mia verdient 2.800 € netto, Jonas 1.700 €. Zusammen sind das 4.500 €. Mias Anteil am gemeinsamen Einkommen beträgt 2.800 ÷ 4.500 = 62,2 %, der von Jonas 37,8 %. Die Warmmiete liegt bei 1.200 €.

Mia (2.800 € netto)Jonas (1.700 € netto)
50:50600,00 €600,00 €
Anteil am eigenen Netto21,4 %35,3 %
Bleibt nach der Miete2.200,00 €1.100,00 €
Nach Einkommen746,67 €453,33 €
Anteil am eigenen Netto26,7 %26,7 %
Bleibt nach der Miete2.053,33 €1.246,67 €

Bei 50:50 gibt Jonas mehr als ein Drittel seines Einkommens für die Miete aus, Mia nur gut ein Fünftel. Nach Einkommen zahlen beide 26,7 % – Jonas hat dadurch jeden Monat 146,67 € mehr zur Verfügung.

50:50 oder nach Einkommen – was ist fair?

Eine richtige Antwort gibt es nicht. Fair ist, was ihr beide bewusst so vereinbart. Diese drei Modelle sind am häufigsten:

  • 50:50: einfach und passend, wenn ihr ähnlich viel verdient. Bei großen Unterschieden bleibt der Person mit dem kleineren Einkommen deutlich weniger zum Leben und Sparen.
  • Nach Einkommen: Beide zahlen denselben Prozentsatz ihres Netto. Das empfinden viele Paare als fairer, sobald die Gehälter spürbar auseinanderliegen.
  • Gleiches Restgeld: Ihr teilt so, dass beiden nach den gemeinsamen Kosten gleich viel bleibt. Das wählen manche Paare zum Beispiel in der Elternzeit, wenn ein Einkommen vorübergehend stark sinkt.

Wichtig ist weniger das Modell als das Gespräch darüber. Rechnet beide Varianten einmal gemeinsam durch, dann seht ihr schwarz auf weiß, was jede Person am Monatsende übrig hat.

Was ist mit Nebenkosten und Strom?

In der Warmmiete stecken meist schon Heizung und Betriebskosten. Strom, Internet, Rundfunkbeitrag oder Streaming kommen oft noch dazu. Ihr könnt diese Posten genauso nach Einkommen aufteilen wie die Miete. Viele Paare kombinieren aber: Wohnen nach Einkommen, kleinere Verbrauchskosten wie Lebensmittel oder Streaming 50:50.

Der Rundfunkbeitrag wird übrigens nur einmal pro Wohnung fällig, egal wie viele Personen dort wohnen. Eine Person ist angemeldet und zahlt, die andere beteiligt sich intern daran.

Gehört die Miete aufs Gemeinschaftskonto?

Das ist praktisch, aber kein Muss. Beim sogenannten 3-Konten-Modell hat jede Person ihr eigenes Konto, und zusätzlich gibt es ein Gemeinschaftskonto für Miete und Haushalt. Beide überweisen per Dauerauftrag ihren vereinbarten Anteil, und die Miete geht von dort ab. So muss niemand jeden Monat nachrechnen oder hinterherüberweisen. Plant dabei einen kleinen Puffer ein, zum Beispiel 5 % mehr, als die gemeinsamen Kosten betragen.

Alle gemeinsamen Kosten auf einmal aufteilen

Die Miete ist meist der größte Posten, aber selten der einzige. Mit dem kostenlosen Rechner für Paare und Familien tragt ihr alle gemeinsamen Kosten ein und legt für jeden Posten fest, ob er nach Einkommen oder 50:50 geteilt wird. Ihr seht sofort, wie viel jede Person aufs Gemeinschaftskonto überweist und was jedem danach bleibt – ohne Anmeldung, und eure Zahlen bleiben in eurem Browser.

Wohnt ihr nicht als Paar, sondern als WG zusammen? Dann teilt ihr die Miete besser nach Zimmergröße auf, dafür gibt es den WG-Rechner.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Mietanteil nach Einkommen?

Teile dein Netto-Einkommen durch das gemeinsame Netto und multipliziere das Ergebnis mit der Warmmiete. Bei 2.800 € und 1.700 € netto ergibt das 62,2 % und 37,8 %. Bei 1.200 € Miete zahlt die erste Person 746,67 €, die zweite 453,33 €.

Nimmt man netto oder brutto als Grundlage?

Meist netto, denn das ist das Geld, das tatsächlich zur Verfügung steht. Beim Brutto verzerren unterschiedliche Steuerklassen und Abzüge das Verhältnis. Wichtig ist vor allem, dass ihr euch auf eine Grundlage einigt.

Was, wenn eine Person Bürgergeld, BAföG oder ein sehr kleines Einkommen hat?

Rechnerisch funktioniert die Aufteilung genauso. Bei Sozialleistungen gelten aber eigene Regeln, zum Beispiel wie Einkommen in einer gemeinsamen Wohnung angerechnet wird. Lasst euch in diesem Fall von der zuständigen Stelle oder einer Sozialberatung beraten. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Muss ich mit im Mietvertrag stehen, wenn ich mitzahle?

Wer welchen Anteil zahlt, ist eure interne Absprache. Wer im Mietvertrag steht, ist eine rechtliche Frage, die zum Beispiel bei Kündigung oder Trennung wichtig wird. Bei Fragen dazu hilft ein Mieterverein weiter.

Wie oft sollten wir die Aufteilung anpassen?

Immer dann, wenn sich ein Einkommen oder die Miete deutlich ändert, etwa bei Gehaltserhöhung, Jobwechsel, Teilzeit oder Elternzeit. Ansonsten reicht ein kurzer Check einmal im Jahr.

Ist eine Aufteilung nach Einkommen immer fairer als 50:50?

Nicht automatisch. Bei ähnlichen Einkommen ist 50:50 einfacher und genauso fair. Je größer der Unterschied, desto eher empfinden Paare eine Aufteilung nach Einkommen als gerecht. Am besten rechnet ihr beide Varianten durch und entscheidet gemeinsam.

Hinweis: Die Beispiele dienen der Orientierung und ersetzen keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Mehr zu den Formeln: So rechnen wir.